Was ist das Wertvollste meines Lebens?
Wie ist Gott für mich?
Kann ich auf Gott vertrauen?
Anfang und Ende des Perlenbandes laufen in der großen, goldenen Perle zusammen. Die Farbe Gold verleiht ihr besonderen Glanz, so dass sie sich von den übrigen Perlen abhebt. Die Gottesperle ist ein Zeichen für Anfang und Ziel unseres Weges und für das, was in unserem Leben leuchtet und es zusammenhält.
Der christliche Glaube möchte uns Mut machen für den Weg, der vor uns liegt. Niemand muss allein gehen. Wir können auf Gott vertrauen. „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ (Dietrich Bonhoeffer)
Gebet:
Du bist ewig
Du bist nahe
Du bist Licht
Ich bin dein.
Warum bin ich so unruhig?
Wie finde ich Zeit für mich selbst?
Wie entkomme ich dem Lärm der Welt?
Sechs längliche Perlen im Band laden ein zu Stille und heilsamer Unterbrechung. Aufatmen und zur Ruhe kommen im Alltag, das tut gut, und wenn es nur für einen Moment ist. Wir können die Stille nicht erzwingen, aber wir können uns für sie öffnen.
Wie wir still werden können:
1. Ich finde eine entspannte Körperhaltung
2. Ich nehme die Geräusche meiner Umgebung wahr
3. Ich lausche in mich hinein und komme langsam zur Ruhe
4. Ich nehme meine Gedanken, Gefühle und Bilder wahr und lasse sie wieder los
5. Immer wieder komme ich zurück zu meinem Atem
6. Ich vertraue mich Gott an
Wer bin ich?
Welche Rolle spiele ich?
Welche Träume habe ich?
Ganz nah an der großen Gottesperle ist die allerkleinste, nur durch eine Perle der Stille von ihr getrennt. Sie heißt „Ich-Perle“ und erinnert an eine kostbare Meeresperle. „Ich“ sagen ist nicht so einfach. Wann habe ich zuletzt an mich selbst gedacht? Wieviel „Ich“ traue ich mir zu? Begegne ich manchmal noch dem Kind in mir? Die Perle bedeutet: Sieh dich selbst liebevoll an, du bist unendlich wertvoll! Du hast ein Recht, mit Lebenslust und Lebensmut zu leben. Die Ich-Perle ist ein Ausdruck für die Würde, die Schönheit und die Verantwortung der Menschen füreinander.
Gebet:
Ich bin liebenswert.
Du hast mich geschaffen, so wie ich bin.
Ich danke Dir dafür.
Wer sagt „Ja“ zu meinem Leben?
Wovon lebe ich?
Was bedeutet die Taufe für mich?
Und wenn ich nicht getauft bin: Was ist mein Lebensruf?
Die kleine Ich-Perle wird von der großen weißen Taufperle berührt. Weiß wie das Licht und ein Neuanfang im Leben. Mein Ich begegnet einem Du. Die Taufe ist eine Liebeserklärung, die Gott den Menschen macht. Gott sagt „Ja“ zu mir, ich bin ein Mensch mit ganz eigener Berufung. Niemand kann sein Leben selbst zur Welt bringen.
Gebet:
Bei meiner Taufe hast Du mich mit dem Kreuz gesegnet
und gesagt: Du bist mein.
Ich werde dich nicht verlassen.
Wann bin ich durch die Wüste gegangen?
Kann ich Alleinsein aushalten?
Was brauche ich wirklich?
Die Wüsten-Perle symbolisiert Zeiten der Dürre und Entbehrung, der Zweifel und Kämpfe im eigenen Leben. Viele biblische Geschichten spielen in der Wüste. In der Bibel gilt sie als ein Ort des Mangels, aber auch der Bewährung und Reifung. Wüsten sind Orte der Klarheit und Entscheidung. Hier wurde Hagar gerettet, hier begegnete Mose Gott im brennenden Dornbusch, in der Wüste fand Jesus zu seiner Berufung. In der Wüste wird deutlich, was wichtig und was unwichtig ist. Wer durch die Wüste geht, kann reifer werden.
Gebet:
Ich kann nicht mehr weiter.
Ich fühle mich kraftlos.
Hilf mir, meinen Weg zu finden.
Geh mit mir, Gott.
Was treibt mich um?
Wovon möchte ich mich befreien?
Wie übe ich Gelassenheit?
Die Perle der Gelassenheit ist ein Gegenbild zu den Lasten, Pflichten und Herausforderungen, die wir täglich bewältigen. Ihr Geheimnis ist die Frage: „Was könntest du heute auch mal lassen?“ Mit der Perle der Gelassenheit in der Hand können wir eine neue Lebenshaltung einüben: sich mit dem Gegenwärtigen zufrieden zu geben und das Richtige im rechten Moment tun.
Gebet:
Gott, du weißt, was ich brauche.
Bewahre mich vor unnötiger Sorge.
Schenke mir Gelassenheit.
Was ist Liebe?
Fühle ich mich geliebt?
Wen liebe ich?
Zwei rote Perlen der Liebe direkt nebeneinander. So wie Ich und Du, Geben und Nehmen. Sie symbolisieren das Dialogische und sind zugleich Sinnbild für die unendlichen Spielarten der Liebe, im Guten wie im Abgründigen. Die Liebe Gottes ist das gemeinsame Dritte, das die beiden roten Perlen miteinander verbindet. Damit Beziehung möglich ist, braucht es alle drei: Die Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu mir selbst. Jesus hat diese Liebe gelebt und mit anderen geteilt, darum leuchtet sein Leben bis heute.
Gebet:
Erfülle mich mit deiner Liebe,
schenke mir Deine Kraft.
Hilf mir, anderen zu helfen
und zu tun, was nötig ist.
Was sind meine drei Geheimnisse oder meine tiefsten Wünsche?
Worüber kann ich nur mit Gott reden?
An wen denke ich?
Jeder Mensch hat Geheimnisse. Wir können die äußere „Wirklichkeit“ mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen: sehen, hören, riechen, schmecken, tasten. Aber das ist nicht alles. Träume, Ängste und Leidenschaften bleiben oft im Verborgenen. Mit den drei kleinen Perlen kann ich meine Geheimnisse bedenken. Die erste von ihnen ist grün. Sie steht für das Geheimnis des „von selbst“, Wachsen und Gelingen ohne Mühe, einfach so. Bei den drei Perlen kann ich auch an Menschen denken, die mir wichtig sind und für sie bitten. Die dritte Geheimnis-Perle berührt die schwarze. Welche Not berührt mein Herz?
Gebet:
Du siehst meine Geheimnisse, Gott:
Meine Träume, meine Ängste, Menschen, die ich liebe.
Ich bitte dich: Für mich, für die anderen, bewahre uns alle.
Warum lässt Gott das zu?
Wovor habe ich Angst?
Warum müssen wir sterben?
Die schwarze Perle weist auf die Nachtseite des Lebens, auf Angst, Verlassenheit und Tod. Hier ist Platz für Schmerz und Trauer um Menschen, die gestorben sind, und für Gefühle der Traurigkeit und des eigenen Versagens. Ich brauche nichts zu verdrängen.
Gebet:
Gott lässt uns auch in den dunkelsten Stunden des Lebens nicht allein.
Mein Gott, wo bist du?
In deine Hände lege ich mein Leben.
Was kann ich hoffen?
Wer gibt mir neue Kraft?
Kann ich an die Auferstehung glauben?
Die Auferstehungsperle steht für den Weg vom Tod zum Leben, von der Verzweiflung zur Hoffnung, von der Finsternis zum Licht. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Die Kräfte des Lebens sind stärker. Der Frühling setzt sich gegen den Winter durch. Aus den Wurzeln der abgestorbenen Pflanze keimt neues Leben. Die Auferstehungsperle symbolisiert die Hoffnung, die in mir lebendig ist. Auferstehung beginnt mitten im Leben.
„Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja!“ So lautet der Ostergruß für alle Welt und schenkt neue Hoffnung.
Gebet:
Du verwandelst meine Trauer in Freude.
Der Kreis schließt sich. Ich komme wieder bei der Gottesperle an. Vielleicht sehe ich sie anders als am Beginn des Weges. Die Gottesperle kann meine Segensperle sein: Gott ist auf meinem Weg mit mir gegangen. Er ist die Quelle meines Lebens. Er schenkt mir die Kraft, die ich brauche. Gott segnet mich.
Gebet:
Sei bei mir an allen Tagen. Segne und behüte mich, Amen.